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Monster 796: Ventilschaden nach Service wegen vergessener Ausgleichsscheibe


Twinx

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Hallo zusammen,
ich hätte gerne eure Meinung bzw. euren Rat zu einem Vorfall, der mir letzte Woche passiert ist. Vielleicht hat jemand von euch so etwas schon mal erlebt oder kann einschätzen, worauf ich jetzt noch achten sollte.

Kurz zum Ablauf:
Letzte Woche war ich das erste Mal nach dem Frühjahrsservice mit meiner 796 unterwegs.
Gemacht wurden u.a.:

  • Ölwechsel

  • Zahnriemenwechsel

  • Ventilspielkontrolle

  • TÜV-Abnahme

Ich war also wirklich frisch unterwegs und wollte eigentlich nur eine entspannte kleine Runde drehen. Beim Beschleunigen auf ca. 100 km/h beim Hochschalten in den 5. Gang ging die Maschine plötzlich aus.
Sie ließ sich nicht mehr starten, hat aber noch ganz schwach gekurbelt. Zündung war auch noch da.

Der Mechaniker hat das Bike dann abgeschleppt, das sich gottseidank nur 2 Kilometer von der Werkstatt entfernt befand. Er meinte zunächst, es könnte an der Batterie liegen und wollte sich nochmal nach geneauerem überprüfen melden.
Heute hat er mich angerufen und dabei sehr ehrlich einen Fehler beim Service zugegeben, was ich ihm wirklich hoch anrechne!

Seine Aussage:
Er hat beim Überprüfen des Ventilspiels bzw. beim Aufsetzen des Zylinderkopfes eine Ausgleichsscheibe vergessen. Dadurch wurde das Ventilspiel falsch und eines oder mehrere Ventile haben den Kolben berührt. Die Ventile sind „krumm“. Auch der Zahnriemen hat sich in seine Einzelteile zerlegt aber laut seiner Aussage soll sonst nichts beschädigt sein (Kurbelwelle, Kolben etc.). Es kommen also lediglich neue Ventile, Ventilschaftdichtungen und natürlich neue Zahnriemen.

Jetzt meine Fragen an euch:

  1. Was könnte in einem solchen Fall realistisch noch alles beschädigt sein, was auf den ersten Blick vielleicht nicht auffällt?  Ich denke da an Kolbenboden, Pleuel, Ventilsitze, Nockenwelle, etc.
    – Wie hoch ist das Risiko, dass z. B. der Kolben was abbekommen hat?

  2. Sollte ich mir den Schaden und die Reparatur unbedingt schriftlich dokumentieren lassen?
    – Also was genau passiert ist, welche Teile getauscht wurden, wie der Schaden festgestellt wurde usw.?
    – Falls irgendwann später noch was auftreten sollte, wäre das ja wichtig für den Nachweis.

  3. Was sollte bei der Reparatur eurer Meinung nach zwingend neu gemacht werden auch wenn es laut ihm „nicht betroffen“ ist?

  4. Gibt es bei so etwas ein „Muss“, den Kopf planen zu lassen, falls sich durch den Einschlag etwas verzogen hat?

 

Nochmal zur Einordnung:

Fehler sind menschlich und ich finde es sehr fair, dass er seinen Fehler direkt zugegeben hat, sagt, dass er die Kosten übernimmt und es nicht auf die Maschine oder äußere Umstände schieben will. Das ist heutzutage wirklich eine Seltenheit geworden und hat meiner Meinung nichts mit fehlender Expertise oder Kompetenz zu tun. Ich würde und werde mein Bike zum Service auch jederzeit wieder dort abgeben aber natürlich will ich jetzt trotzdem sicherstellen, dass alles sauber repariert wird ohne dass ich später auf Folgeschäden oder weiteren Kosten sitzen bleibe.
Das Einstellen des Ventilspiels, das erst im Herbst durchgeführt werden sollte hat sich dann damit wohl erstmal erledigt. 🫠

Danke euch schon mal für jede Rückmeldung!

Grüße
Marc

Edited by Twinx
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Ich hatte etwas ähnliches, Zahnriemenschraube.

Wenn du kein Extremdreher bist der immer an die Drehzahlgrenze fährt dann sollte mit neuen Ventilen und deren Montageteile alles wieder gut werden. Theroteisch könnte Pleuel und Kurbelwelle betroffen sein, das war jedoch bei mir auch nicht. Bei mir sind die Ventile richtig am Kolben angestanden da der Zahnriemen nicht mehr geführt wurde. Ich würde der Werkstätte vertrauen, mit ihrer Erhlichkeit haben sie die Grundlage dazu erschaffen. Weiters wird er sicherlich weitere Schäden prüfen. Du kannst noch zur Vorsicht ein Bild von der Kolbenoberseite verlangen. Wenn da keine extremen Verletzungen sind ist der Kurbeltrieb sicherlich noch ok.

lg Harry

  • Thanks 2
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Schwer zu verallgemeinern, erst recht aus der Ferne.

Sofern lediglich eine leichte Berührung stattgefunden hat, sollte Kolben und Kurbeltrieb ok sein.

Dass neue Ventile und Führungen neu müssen ist klar. Frage ist wie der Ventilsitz aussieht und ob die Ventilführungsbohrung noch rund ist.

Sich das entsprechend dokumentieren zu lassen, kann nie schaden. Teile sollten allerdings immer auf einer Rechnung ausgewiesen sein.

Gruß

  • Thanks 1
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Schwer zu sagen einfach so. Meist reichen die neuen Ventile aus. Ventilsitz usw muss man eben ansehen und schauen ob dann alles Dicht ist. Kolbenoberfläche muss man sich ansehen wie der "Einschlag" war. Ein reiner Guss Kolben ist da sensibler als ein Schmiedekolben. Hier gilt es eben die Oberfläche des Kolbens genau in Augenschein zu nehmen und das auch mit der Werkstatt absprechen, das wenn die Kolben verrecken die nächste Arbeit auf sie zukommt. Aber wie gesagt sind es meist nur Ventile die da Schaden nehmen. Das du überhaupt so weit fahren konntest wundert mich. 

 

Auf jeden Fall sollte der Zustand mit Bildern dokumentiert werden und nach Einbau neuer Ventile eine Dichtigkeitsprüfung derselben gemacht werden. Wenn da dann alles gut ist, dann passt es. Das man sich in dem ganzen Zusammenhang auch mal die Sitze usw anschaut ist klar. Mit verzogenen Köpfen rechne ich da nicht. 

  • Thanks 1
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Danke euch allen für die hilfreichen Einschätzungen, das hilft mir sehr, die Situation besser einzuordnen.

Es war meine erste Ausfahrt nach dem Service. Ich bin die Maschine zunächst ganz normal und behutsam warmgefahren, bis zur Tankstelle (10 Minuten) habe ich sie nicht über etwa 3500 Umdrehungen bewegt. Nach dem Tanken war sie vollständig warm, und beim ersten Beschleunigen außerorts auf etwa 5000 bis 6000 Umdrehungen ist sie dann plötzlich ausgegangen und ließ sich nicht mehr starten. Motor oder Kolben haben sich aber noch gedreht habe sie (aufgrund der gleichen Vermutung der Batterie) 2-3 Mal erfolglos versucht zu starten, bevor ich es gelassen habe. Könnten dadurch eventuell weitere Folgeschäden entstanden sein? (Tut mir leid, ich habe zwar ein wenig technisches know how aber so ganz in der mechanischen Materie bin ich nicht)

Beim heutigen Telefonat sagte mein Schrauber, er habe Kurbelwelle und Zylinder vermessen und es sei sonst nichts weiter beschädigt. Die Ersatzteile seien bereits bestellt, der Einbau erfolgt kommende Woche, und danach will er nochmal eine abschließende Kompressionsprüfung durchführen.

Ich war im Gespräch ehrlich gesagt erstmal etwas überrumpelt und habe versäumt, direkt um Bilder vom Kolbenboden und den beschädigten Ventilen zu bitten. Das werde ich aber auf jeden Fall noch nachholen. Ich glaube aber, dass man auf Bildern, selbst wenn ein Schaden entstanden wäre nur sehr schwer etwas mit dem bloßen Auge sieht. Außerdem werde ich mir eine vollständige schriftliche Dokumentation geben lassen. Mit Angabe der Ursache, den ersetzten Teilen und dem Hinweis, dass es sich um einen Werkstattfehler handelte. Einfach zur Absicherung, falls irgendwann Folgeschäden auftreten oder bei einem späteren Verkauf Fragen aufkommen.

Zur Werkstatt selbst: Ich hatte bisher nur gute Erfahrungen dort. Der Inhaber ist sehr offen, erklärt viel und lässt einen auf Wunsch sogar stundenlang bei der Arbeit zusehen. Trotzdem möchte ich die Sache jetzt natürlich gut nachvollziehbar dokumentieren, einfach um auf der sicheren Seite zu sein.

Danke nochmal für eure Rückmeldungen. Eure Hinweise auf zusätzliche Punkte wie die Kontrolle des Kolbenbodens und der Ventilsitze sind für mich sehr hilfreich.

Grüße
Marc

 

Edited by Twinx
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Am 19.4.2025 um 13:04 schrieb Twinx:

Sollte ich mir den Schaden und die Reparatur unbedingt schriftlich dokumentieren lassen?
– Also was genau passiert ist, welche Teile getauscht wurden, wie der Schaden festgestellt wurde usw.?
– Falls irgendwann später noch was auftreten sollte, wäre das ja wichtig für den Nachweis.

Das solltest Du dir schriftlich bestätigen lassen. Ansonsten Hut ab, nicht jede Werkstatt hätte sich den Schuh angezogen.

  • Thanks 1
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zur allegmeinen Begrifferklärung, der Kolbenboden ist die Unterseite. Das Foto sollte jedoch die Oberseite des Kolbens zeigen. Der Name ist Kolbendach.

lg Harry

Edited by smartharry
  • Confused 1
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in Fachkreisen wird nur vom Kolbendach gesprochen, dann gibt es auch keine Missverständnisse, sonst könnte ja eine Theoretiker mit tollen Bildern auf die Idee kommen eine Kolbenbodenkühlung wird von oben im Brennraum angewendet. 😁

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Wenn die Werkstatt so kompromisslos offen mit dem Missgeschick umgeht, kann man es auch mal riskieren einen Vertrauensvorschuss zu geben. Ich hab auch schon von Fällen gehört wo ähnlich schlimme Schäden weg "diskutiert" wurden und der Kunde auf mehreren tausend Euro sitzen geblieben ist.

Einen Reparaturbericht in dem alle Arbeiten und ausgetauschten Teile stehen, kann man schon verlangen. Aber das wird die Werkstatt schon von selbst machen.

  • Thanks 1
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  • 2 months later...

Hallo Leute,
Nachdem das Motorrad motortechnisch vollständig überholt wurde und ich gestern zum ersten Mal wieder eine größere Tour (300 km) gefahren bin, musste ich heute Morgen leider ein schockierendes Bild entdecken😔:

 

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Die Kette war offenbar viel zu straff gespannt und hat an der Schwinge geschliffen. Dabei wurde offensichtlich eine erhebliche Menge Material abgetragen. Es sieht aber auch so aus, als sei sie irgendwie zu weit nach rechts versetzt. Das kommt durch zu viel Spannung oder?
Gottseidank ist da gestern nichts passiert.
Ja, ich weiß... ich hätte die Kettenspannung vor der Abfahrt besser überprüfen sollen. Ich bin aber davon ausgegangen, dass dies im Zuge der Werkstattarbeiten korrekt erledigt wurde, da ohnehin alles zerlegt war. 🥲
Wie würdet ihr nun vorgehen?
Der Kettensatz muss auf jeden Fall ersetzt werden...

Edited by Twinx
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Wo hat die Kette denn geschliffen? Im 1. Bild sieht man den (Kunststoff-)kettenschleifer, auf dem die Kette läuft, das ist normal. Es scheint aber, dass die Kette zu weit in Richtung Rad gewandert ist. Das deutet darauf hin, dass das Ritzel nicht korrekt sitzt. Wurde da jüngst dran geschraubt? Evtl, Distanzhülse vergessen, Ritzel mit Kragen falsch herum eingebaut? Mach mal die Rittelabdeckung auf und schau Dir das an, auch ob sich das Ritzel axial auf der Welle verschieben lässt.

Edited by ma821
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Auf dem ersten Bild sieht man nochmal genauer wo die Kette geschliffen hat. Den Abtrag der Kette kann man gut im "Fang" erkennen 🙄
Ich bin jetzt kein Experte und bin mir nicht sicher, ob das Ritzel richtig eingebaut wurde oder ob das Sicherungsblech versagt hat.
Aber sollten die Muttern nicht oben und unten sein? 😨

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Edited by Twinx
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vor 4 Minuten schrieb ma821:

Da ist wohl das Ritzel gewandert, weil das Sicherungsblech versagt hat. Schau mal hier:

 

Scheisse 🫠 die Bella will wohl wirklich bei mir bleiben. Ich Idiot sag noch, dass jetzt vor Verkauf wirklich ALLES frisch ist bis auf den Kettensatz 🤐
Denkt ihr da muss auch die Schwinge mit neu? 

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vor 9 Minuten schrieb Twinx:

Denkt ihr da muss auch die Schwinge mit neu?

Das wird Dir hier niemand verlässlich beantworten, vermutlich von: „ja unbedingt“ und „nein, das geht noch“  🤷‍♂️

Edited by ma821
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vor 6 Minuten schrieb ma821:

Schaus Dir mal in ausgebautem Zustand an, ob nennenswert Material abgetragen ist oder nur oberflächliche Kratzer da sind, dann entscheide selbst.

Also trägt die Werkstatt vermutlich keine Schuld an der ganzen Sache nehme ich mal an. Zum Glück! Fand es nur seltsam, da es wirklich 400 Kilometer nach der Motorrevision passiert is... Naja... lieber so als dass während der Fahrt etwas passiert.

Kann man dem bekannten Problem irgendwie entgegenwirken, indem man ein anderes Sicherungsblech oder etwas Ähnliches verbaut?

Edited by Twinx
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